Kategorie: Literally

playing with words

Wohin damit? Weg damit.

Nicht, dass bei der Flut an Informationen was untergeht in der Menge an Mitteilungen, Bestätigungen, Rückmeldungen, Neuigkeiten, Anmerkungen. Ich z.B.

Wohin mit (viel) zu viel Information?

  1. Als Erstes: vom Tisch damit
  2. Am Besten: In Schubladen stecken
  3. Wenn’s eilt: unter den Teppich kehren
  4. Manches ist eh für die Katz
  5. Sicherheitshalber: Aufheben für später – Platz ist genug, auf der Cloud
  6. Haken dran: Erledigt!
…und weg is’es…

Wie man ein X zum U macht

Ein Euperten-Tutorial für Anfänger

  1. Von dem X die Hälfte weglassen – am besten die untere
  2. Einiges umdrehen
  3. Etwas zurechtbiegen
  4. und abrunden – an den entscheidenden Stellen
  5. stützende Argumente finden
  6. diese passend zurechtstutzen – sachte! evtl. auch nur daran feilen
  7. ggf. – nur falls nötig! – am Ende noch etwas gerade stellen.

In der Regel reichen bereits die Schritte 1 bis 4, um zu überzeugen. Wichtig für „Euperten“: Bei jedem Schritt aufpassen. Zu viel kann den gegengesetzten Effekt haben und schlimmstenfalls richtig verstanden werden, also doch als echte Expertenmeinung aufgefasst werden.

(Den feinen Unterschied habe ich auch gerade erst entdeckt, und zwar neulich, so.)


xoxo, die Redaktion

xuxu

So oder so ähnlich ist das

Das Jahr ist ja noch jung, der Tag eigentlich auch, aber für die ersten Zwischenergebnisse reicht es schon… Ich habe jedenfalls soeben eine neue Kategorie ins Leben gerufen, die mir eine gewisse Genugtuung verschafft – und zwar diese:

EUPERTE =

jmd., der jmd. mithilfe von Spezialwissen ein X für ein U vormacht oder vormachen will.

Nicht zu verwechseln mit dem unverfälschten und hochverehrten Original, dessen Expertise schonungslos und kantig bleibt:

EXPERTE =

jmd., der kraft besseren Wissens jmd. ein X für ein U vormachen könnte, es aber gerade kraft seiner Expertenstellung nicht tut und niemals tun würde, sondern sich im Gegenteil dazu berufen fühlt, vor folgendem Phänomen zu warnen, das mit echter Expertise wenig zu tun hat:

EUPERTISE =

(lediglich) vermeintliches Spezialwissen oder (de facto bestehendes, jedoch) missbräuchlich eingesetztes Spezialwissen

Wer sich fragt, wie das gehen kann: Darüber habe ich auch nachgedacht, und ich stelle es mir ungefähr so vor…


xoxo, die Redaktion

Kann das alles sein?

Alles gut, alles klar, alles OK, alles wird gut

Damit ist doch nun wirklich alles gesagt, oder etwa nicht?

Erstaunlich dabei, ist die Erfolgskurve, die in diesen Standard-Antworten, gefälligen Textbausteinen und Reaktion auf alle Gelegenheiten zu verzeichnen ist: Es geht uns offenkundig besser denn je.

2020 ist alles gut. Die idealistischen Worte sind in aller Munde, könnten geradezu euphorisch gemeint sein, klingen aber in Wahrheit oft nur: beschwichtigend. Beruhigt mich das also? Nein, ganz und gar nicht.

Alles wird gut. Das ist der (immerhin ganze) Satz, den ich zuletzt im Ohr. Ähnlich optimistisch anmutend, und auch das wollte ich nie so recht glauben. Der Idealismus Trend war jedenfalls eindeutig erkennbar.

Alles OK. Damals eindeutig eine eher realistische Einschätzung. Aber wer weiß, vielleicht auch das schon optimistisch. OK ist doch in Ordnung, was will man mehr? Man war eben realistisch-optimistisch. Und konnte gar nicht falsch liegen oder gar unglaubhaft wirken. Nicht mal auf mich.

Alles klar. Was immer es war, ob gut oder mäßig, zumindest eindeutig sollte es sein. Alles. Eine fast wertfreie Äußerung ohne jegliche Zukunftsambitionen. Hier und jetzt ist alles klar. Immerhin. Das würde ich mir heute durchaus wieder wünschen…


Anmerkung der Redaktion: und das wo in diesem Jahr, 2020, nun wirklich wirklich nicht ALLES gut ist, sondern eher alles andere als gut.

in der Zwischenzeit

Zeit ist für mich ausgesprochen relativ, und dass obwohl sie das einzig Unverhandelbare immer und immer Gleichlaufende für uns ist.

Wieviel Zeit wohl zwischen früher (als alles besser war) und heute liegt (heute nicht, das verschieben wir gleich mal), zwischen jetzt (dem von jetzt oder nie) und morgen (aber wirklich) oder später (ist ja besser als nie) im Vergleich zu (eigentlich) zu spät und dann doch in Wahrheit nie zu spät?? Habe ich noch nicht herausgefunden, aber einen vergnüglichen Zeitstrahl daraus gemacht. Der ist so ernst gemeint, wie jede andere Timeline, Terminplanung und Zeitvorgabe, die dann doch nicht eingehalten werden kann.