Schlagwort: Favorites

Operndiva & Opernstar

Rund um den Jahreswechsel waren die Opernkarten rar, ein berühmter Münchner gab sich die Ehre, für das ein oder andere Gastspiel seine Stimme zum Besten zu geben. Wer in den Rängen der Bayerischen Staatsoper sitzen würde, war im Radius von 1 km auf Anhieb zu erkennen.

Diese Dame hier war so stilecht wie kaum eine andere. Die Stilettos auf die Höhe des Gehstocks angepasst – nur das Kopfsteinpflaster hat den eleganten Eindruck kurz ins Schwanken gebracht. Ihre aufmerksame Begleitung konnte rechtzeitig reagieren. Ich hingegen könnte auch auf normalem Pflaster in diesen Highheels keinen Fuß mehr vor den anderen setzen. Auch die Kombination aus eisgrauem Pelz-Umhang – passend zum Haar – und blickdichter schwarzer Strumpfhose würde mir nicht halb so gut stehen. Vielleicht mit 80, wir werden sehen.

© Mona C Kramss

Palmen oder Almen

Neulich auf einer Sonnenterrasse mit Blick auf den See und das Voralpenland: Palmen im Pflanzkübel, links und rechts, groß und teuer und viele davon. Allesamt bestimmt nicht glücklich über unser Wetter, Sommer hin oder her. Ganz zu schweigen von mir.

© Mona C Kramss

Fly Guy

I could spend hours at airports watching people. In fact, I do.


Editor’s Note: Everytime I travel to Florida and back, for example.

© Mona C Kramss

Mit der Zeit

Mit 4 wollte ich zum Zirkus, Direktor werden wie mein Vater, nur lieber Tiere dirigieren. Mit 14 wollte ich schreiben und unbedingt die Welt bereisen. Mit 24 musste ich mich entscheiden und ließ mich treiben, ich hatte ja Zeit. Mit 34 konnte ich meinen Mut beweisen, halbe Sachen vermeiden und doch war nichts wie es scheint. Mit 44 wird es anders sein und das ist gar nicht mehr lange hin. Wer weiß schon, wo ich mit 54 bin, wenn die Ideen von heute längst verworfen sind.

Jetzt ist es spät genug, um zu begreifen, dass ich das Zeug zum Direktor habe, auch wenn ich nicht im Zirkus bin. Dass ich auch dann bleibe, wie ich bin, wenn ich alles ständig ändere, bis es schließlich gelingt. Dass Jura irgendwas mit Medien ist, ergibt jetzt endlich Sinn.

Mit der Zeit wird es zu spät, auf die Chancen zu warten, die mir neu geboten werden wie damals – als ich 20 war und nicht wusste was ich konnte; als ich es mit 30 nun wusste, aber das Zweifeln gelernt hatte; und mit 40 als ich die Hälfte schon geschafft hatte obwohl gerade erst der Anfang gemacht war.

Ich werde mir verzeihen und den Eltern danken, den 20-Jährigen die Zeit geben und den 30-Jährigen die Zweifel nehmen, selbst mit 40 nicht wissen, was kommt, aber immer wissen, wo ich stehe und dass es reichen wird, um sicher zu entscheiden, welchen Weg ich in Zukunft gehe.

mck

Selfie Sketch