Kategorie: Business

work life with and without balance

ergo

Bionik oder Genetik? Ich bin mir nicht sicher, ob mein neuer Bürostuhl nur angelehnt ist an gelenkig-robuste Urzeit-Insekten oder doch mit ihnen verwandt ist. In meinen Augen sieht alles, was ergonomisch ist, irgendwie nach spinnenartigen Wesen aus. Leider kann von Mimikri keine Rede sein, der Stuhl fällt im Büro sofort auf. Erstaunlich, dass sich unser Auge über Jahre an das sperrige Design gewöhnt hat.



Weil mir Rücken, Nacken und Wirbelsäule immer wichtiger werden, habe ich aber beschlossen, mehr für mein Wohlbefinden zu tun: ergo, den Stuhl auch ab und ab zu verlassen.

Wie man ein X zum U macht

Ein Euperten-Tutorial für Anfänger

  1. Von dem X die Hälfte weglassen – am besten die untere
  2. Einiges umdrehen
  3. Etwas zurechtbiegen
  4. und abrunden – an den entscheidenden Stellen
  5. stützende Argumente finden
  6. diese passend zurechtstutzen – sachte! evtl. auch nur daran feilen
  7. ggf. – nur falls nötig! – am Ende noch etwas gerade stellen.

In der Regel reichen bereits die Schritte 1 bis 4, um zu überzeugen. Wichtig für „Euperten“: Bei jedem Schritt aufpassen. Zu viel kann den gegengesetzten Effekt haben und schlimmstenfalls richtig verstanden werden, also doch als echte Expertenmeinung aufgefasst werden.

(Den feinen Unterschied habe ich auch gerade erst entdeckt, und zwar neulich, so.)


xoxo, die Redaktion

xuxu

So oder so ähnlich ist das

Das Jahr ist ja noch jung, der Tag eigentlich auch, aber für die ersten Zwischenergebnisse reicht es schon… Ich habe jedenfalls soeben eine neue Kategorie ins Leben gerufen, die mir eine gewisse Genugtuung verschafft – und zwar diese:

EUPERTE =

jmd., der jmd. mithilfe von Spezialwissen ein X für ein U vormacht oder vormachen will.

Nicht zu verwechseln mit dem unverfälschten und hochverehrten Original, dessen Expertise schonungslos und kantig bleibt:

EXPERTE =

jmd., der kraft besseren Wissens jmd. ein X für ein U vormachen könnte, es aber gerade kraft seiner Expertenstellung nicht tut und niemals tun würde, sondern sich im Gegenteil dazu berufen fühlt, vor folgendem Phänomen zu warnen, das mit echter Expertise wenig zu tun hat:

EUPERTISE =

(lediglich) vermeintliches Spezialwissen oder (de facto bestehendes, jedoch) missbräuchlich eingesetztes Spezialwissen

Wer sich fragt, wie das gehen kann: Darüber habe ich auch nachgedacht, und ich stelle es mir ungefähr so vor…


xoxo, die Redaktion

Look the Part – Ed. Home Office

Half a Dresscode

Zum Anlass passend angezogen sein. Wichtig, heutzutage. Normalerweise gilt das natürlich von oben bis unten, eben von Kopf bis Fuß.

In diesem Jahr ist allerdings alles anders*. Da darf man Abstriche machen. Der Office Dresscode wird zum Homeoffice Dresscode – da reicht auch schon mal ein halber Dresscode. Einer, der nur den Blickwinkel der Kamera berücksichtigt. Und das auch nur an den Tagen, an denen ein Videocall ansteht. Die Schreibtischplatte ist ein gutes Barometer, vorausgesetzt, man steht unterdessen nicht auf. (An den anderen Tagen gilt natürlich der untere Teil der Kleiderwahl. Alles andere passt einfach nicht zum Home Look. Im Call sollte das aber tunlichst… unter den Tisch fallen.)

The Look: Business or Casual? Preppy or (somewhat) sloppy?

Anmerkung der Redaktion: 2020, Sie wissen schon, ab März

in der Zwischenzeit

Zeit ist für mich ausgesprochen relativ, und dass obwohl sie das einzig Unverhandelbare immer und immer Gleichlaufende für uns ist.

Wieviel Zeit wohl zwischen früher (als alles besser war) und heute liegt (heute nicht, das verschieben wir gleich mal), zwischen jetzt (dem von jetzt oder nie) und morgen (aber wirklich) oder später (ist ja besser als nie) im Vergleich zu (eigentlich) zu spät und dann doch in Wahrheit nie zu spät?? Habe ich noch nicht herausgefunden, aber einen vergnüglichen Zeitstrahl daraus gemacht. Der ist so ernst gemeint, wie jede andere Timeline, Terminplanung und Zeitvorgabe, die dann doch nicht eingehalten werden kann.

Marketing ist … ein Gedicht

Marketing ist …

Marketing bedeutet beschreiben, den Kern der Botschaft unter die Nase reiben,
es mit Versprechen nicht auf die Spitze treiben,
ehrlich bleiben,
für die Gedanken des Lesers den Weg bereiten.
Verstehen, wer den Text liest und wer nur überfliegt
und wer noch dazu heimlich Vorurteile birgt.
Wer nach was sucht und was dafür wichtig ist;
wer durch Zufall wo landet und sich ganz gezielt wundert,
dass das, was er sieht, doch neugierig macht,
selbst wenn er was anderes erwartet hat.

Marketing liebt Klischees, die guten und die schlechten,
schließlich lässt sich das zunutze machen,
um keine einzige Gelegenheit zu verpassen:
gute Vorurteile werden wohldosiert und gerne im Raum belassen,
die schlechten dürfen ihn - genau jetzt (geschickt widerlegt) wieder verlassen.

Marketing kommt von Markt und will vor allem verkaufen:
ob Produkte oder Personen ist fast einerlei
auf diesem Markt der Eitelkeit - Hauptsache, Geschwindigkeit.
Es gilt, sich zu trauen und den Schritt zu wagen in ein Rampenlicht,
das den Scheinwerfer gekonnt
ausrichtet auf das, was beeindruckt, unterhält und belohnt,
das nicht verheimlicht und doch nie in den Vordergrund rückt,
was der Sache nicht dient,
das allem voran jenen Eindruck vermittelt, der so wichtig ist,
weil er nie wiederkommt:
den ersten Moment,
der nach 5 Sekunden weiß, was er denkt
und längst entschieden hat über ja oder nein.
Das Vertrauen ist schon geweckt oder bereits zerrüttet,
selbst Fakten sind hier nicht Mittel zum Zweck,
es ist die Lust, die uns beglückt,
etwas zu wollen oder nicht, jemanden zu mögen oder sich.

Es ist einfach, weil immer der erste Eindruck besticht,
es ist einfach, denn jeder ist einfach gestrickt;
es reicht wenig, wenn das Wenige zusammenpasst
und die Luft für Phantasie allein der Neugier überlässt.

Es ist schwer, weil wir so vorsichtig sind,
überzeugt vom Produkt, aber nicht vom Sinn,
stolz auf die Leistung und doch nicht auf die Person.
Wissen und Können werden ungern betont,
Selbstvermarktung bleibt fremd,
wir sind bescheiden geprägt,
es braucht diesen Blick von außen, der bestärkt:
Zeig dein Gesicht, nicht nur dein Gehirn!
Sei eckig und kantig - wie die Box, in der wir denken.
Auch wer die Box verlassen will, muss sie dafür erst mal kennen.
Erst dann kann das Marketing die Richtung lenken
und das ganz ohne irgendetwas daran zu verändern.

Marketing weiß, wie wenig die Fakten fürs Verkaufen zählen,
dass authentisch einfach glaubhaft meint
und ehrlich in Wahrheit nicht dazugehört;
dass ganzheitlich zu viel des Guten ist,
weil es den Kern des Ganzen gänzlich verwischt;
dass Leidenschaft zur Obsession
und Perfektion zum Problem werden kann;
dass Reformen subjektiv, Kooperationen strategisch sind;
dass Marken sich nur um den Menschen drehen
und auch Unternehmen sich als Persönlichkeit verstehen.

Marketing will wirklich gute Geschichten erzählen,
damit es in Erinnerung bleiben kann,
es will, dass jede dieser Geschichten eine Freude wird,
weil das Happy End so nicht nur gelesen sondern gelebt
- weil gekauft - werden kann.

MCK

(Und so wird das Marketing selbst zum Produkt wie der Jäger zur Beute,
ohne geht es nun mal nicht, erst recht heute.
Auch wenn die Konkurrenz schläft und die Kunden von alleine anfragen, bleibt Marketing schlicht Service im Netz und repräsentiert genau diese ideale Lage.)

Audiospur folgt